Blaues Kreuz Leipzig e.V.
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Kon08 takt
Ich bin Anwärterin im Justizvollzugsdienst und befinde mich im 2. Ausbildungsjahr. Momentan  absolviere ich ein 9 wöchiges Praktikum in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen. Explizit handelt es  sich um einen Einsatz auf der Motivations- und sozialtherapeutischen Station. Im Rahmen dieser  Station hatte ich das Glück bei den Besinnungstagen teilzunehmen. Hierbei sollte das Thema Sucht  vertieft werden. Mit 4 Gefangenen, 2 Bediensteten und meiner Person ging es nach Klingenthal um  sich dort mit den Mitarbeitern des Blauen Kreuzes zu treffen und die Tage gemeinsam zu verbringen.  Mein Ziel war es die Gefangenen außerhalb des Vollzuges zu beobachten, deren Verhaltensweisen,  Reaktionen und Veränderungen wahrzunehmen. Ausgangspunkt hier war das 2 sich bereits zu einer  Langzeittherapie bekannt haben, einer sich noch nicht schlüssig ist, welche Einrichtung es werden soll  und ein anderer ob er überhaupt seinen Drogenkonsum einstellen möchte. Zu Beginn der Fahrt war es für mich ungewohnt die Dienstkleidung zu Hause zu lassen und die übliche  Distanz zu den Gefangenen ein Stück weit zu verkürzen, denn schließlich werden die Mahlzeiten  zusammen eingenommen, Gespräche intensiviert, sowie gemeinsam gelacht und die Freizeit gestaltet. Die Abende kristallisierten sich zu Themenabende heraus und dem darin einhergehenden  Erfahrungsaustausch von abstinenten Suchtkranken, Streetworker, Selbsthilfegruppen und auch der  Gemeinde. Für mich war es faszinierend wie offen und ehrlich diese Menschen über ihre intimsten Gefühle,  Probleme und Vergangenheit gesprochen haben. Wie sie sich gegenseitig respektieren, zuhören und  Anerkennung bekommen und das durch pure Willensstärke und Antriebskraft. Diese Menschen, welche  selbst den schweren Weg gegangen sind, haben meinen höchsten Respekt. Auch ich bin sehr dankbar  dafür, dass sie mich daran haben teilnehmen lassen. Die Stimmung bei den Gefangenen war ausgeglichen und entspannt. Sie brachten sich ein, erzählten  von ihrem Leben und waren interessiert an jeglichen Themen die bei an den Abenden angesprochen  wurden. Sie empfanden es teilweise auch als anstrengend sich so lange zu konzentrieren, ruhig zu  sitzen und aufmerksam zu zuhören. Aber sie äußerten mir gegenüber, das sie es als positiv einordnen  auch wenn der ein oder andere am Abend k.o. ist. Der letzte Abend stand unter dem Aspekt die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Obwohl diese eine  abwehrende Haltung gegenüber den Gefangenen hatten, entwickelte sich dieser Abend, nach  anfänglicher Distanz, zum Guten. Man saß zusammen und erzählte von seiner persönlichen  Lebensentwicklung aus unterschiedlichen, sozialen Umfeldern. Ich denke, dass die Gefangenen viele positive Erfahrungen, Eindrücke und Ereignisse mitnehmen um  sich nochmals zu ihrer Suchtproblematik zu reflektieren. Sie zeigten den Mut, die Stärke sich vor  fremden Menschen zu öffnen, beweisen und erklären zu können. Für mich waren es bemerkenswerte Impressionen, welche ich in meinem weiteren Werdegang nie  vergessen werde. Wir genossen, während der Besinnung, in einer familiären Atmosphäre  Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft.  In diesen Tagen schafften wir im Gemeinschaftsgefüge mehr  Akzeptanz, Toleranz und Transparenz. J. Stein, OSAin im JVD  >>> zurück 
Gemeinsame Tage mit den Jugendlichen aus Regis -Breitingen
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