Blaues Kreuz Leipzig e.V.
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Kon08 takt
Ein Sinnfreies leben? Mein Name ist René, ich bin 38 Jahre alt und komme aus Glauchau.   Schon in meiner Kindheit spielten Alkohol und Tabak wesentliche rollen. Meinen Vater traf man nach  Feierabend in seiner Stammkneipe und Sonntags war es normal, dass ich meinen Vater aus der Kneipe  zum Mittagessen abholte, genauso wie zu jeder Feierlichkeit gesoffen wurde. Nein das Umfeld prägte mich und meine Freunde. Mit 6 Jahren zogen wir das erste Mal an Zigaretten.  Dennoch verlief meine Kindheit bis 1990 weitgehen normal. Ich war 12 Jahre alt und Schule langweilte  mich. In der chaotischen Zeit bis 1992 interessierte es von offizieller Seite niemanden, dass ich nicht  zur Schule ging. Ich stand mit älteren Jungs vor der Schule und wurde zum Maskottchen. Das wer der  Einstieg in die rechte Szene.   Hinzu fand ich Anerkennung und fühlte mich verstanden. Das trinken von Bier und Rauchen war für  mich als Zwölfjähriger ja nichts Unbekanntes. Aber jetzt trank ich selber und dachte: das ist der Sinn  meines Lebens. Saufen, Prügel und absolut keine Regeln. So lebte ich in den Tag hinein und auch  Gewalt wurde zur Sucht. 1992 absolvierte ich einen Förde – Lehrgang. Das hätte der Beginn eines ordentlichen Lebens werden  können, jedoch flog ich aus der sich anschließenden Lehre nach ein paar Monaten wieder raus und die  Sucht und Gewaltinteressen wurden immer extremer. Auch eine neue Lehre änderte daran nichts. Mit  14 Jahren hatte ich die ersten Gerichtsverhandlungen und ich traf immer auf verständnisvolle Richter.  Es gab Verwarnungen, Arbeitsstunden und als ich 16 war zum ersten Mal eine Haftstrafe auf  Bewährung. Mit 18 Jahren war dann Schluss mit Verständnis und ich kam in Haft. Aber Haft konnte  mich nicht erschrecken. Ganz im Gegenteil. Ich erlebte die Jugendhaft als quasi Rechtsfreien Raum.  Auch hier spielte Gewalt eine große Rolle und ich wurde immer mehr zu einem Tier!   Bis zu meinem 30stem Lebensjahr hatte ich 9 Jahre Haft hinter mir und war mittlerweile auf Drogen.  Drogen waren in Haft immer einfacher zu bekommen als Alkohol und heute kann ich sagen, dass ich  Selbstmord auf Raten beging. Ich konnte nicht aufhören und konsumierte alles was verfügbar war.  Alkohol spielte aber immer die größte Rolle. Im Jahr 2009, nach einer Woche C und massiven  Alkoholkonsum, kam es wieder zu einer Prügelei. Dabei habe ich einem Menschen das Leben  genommen. Ich möchte hier aus Respekt für Steffen, nicht auf Details eingehen und bitte um Ihr  Verständnis dafür. Ich wurde in Spanien verhaftet und bekam eine Haftstrafe von Elf Jahren, mit der  Möglichkeit Therapie im Maßregelvollzug zu machen. Ich war bis Ende 2012 in Haft und habe da  weiterhin konsumiert. Ich wusste ich muss meine Leben ändern. Ich konnte mit den Schuldgefühlen  nicht leben.   Nun ich habe in den letzten 4 Jahren Therapie gemacht, hart an mir gearbeitet und meine Jacqueline  Lebenspartnerin kennen gelernt. Durch sie habe ich Kontakt zum Blauen Kreuz bekommen. Ich hatte  die Ehre Roberto Ihle kennen lernen zu dürfen, dessen Leben, dem meinem im sozialen gleicht. Seit  ich im Rahmen der Lockerungsstufen an der Mittwochsgruppe teilnehmen darf, habe ich noch keine  verpasst! Für Menschen da sein, das gibt meinem Leben einen Sinn und ich bin dankbar, dass ich dies  erfahren durfte.   
René
I
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